Das der Sportunterricht ein wichtiger Bestandteil im Lehrplan von Kindern ist, ist eine unumstößliche Tatsache. Dass aber genau mit diesem Sportunterricht eine nicht unerhebliche Menge an Problemen verbunden ist, zeigt die seit Juni 2005 vom Deutschen Sportbund veröffentlichte Sprint-Studie. Inhalt dieser 300 Seiten starken Studie ist die Auseinandersetzung mit dem Sportunterricht in Deutschland (Sprint). Über einen Zeitraum von knapp 2 Jahren wurden in insgesamt 7 Bundesländern die Sportlehrer, Schuldirektoren, Eltern und Schüler der Jahrgangsstufen 4, 7 und 9 aller Schulformen ausführlich zu dem Thema Sportunterricht befragt.
Mangelhafte Sportanlagen
Das sich die Sportanlagen vieler Schulen in einen mangelhaften Zustand befinden, oder zum Teil gar nicht vorhanden sind, ist nur ein Ergebnis der Sprint-Studie. 7% aller Sporthallen und 10% aller Leichtathletikanlagen befinden sich laut der Sprint-Studie in einem schlechten Zustand. Wenn es um das Thema Schwimmen geht, so sehen die Ergebnisse noch schlechter aus. Der Studie zufolge haben 20% aller Schulen keine Möglichkeit für den Schwimmunterricht auf eine Schwimmhalle zurückzugreifen. Das die Zahl der Nicht-Schwimmer seit einigen Jahren ansteigt, führt man u.a. auf diesen Umstand zurück.
Mangel an neuen Sportarten
Obwohl 2/3 der befragten Schüler den Sportunterricht für wichtig erachten, üben dennoch viele Schüler vor allem inhaltliche Kritik. Viele Schüler klagen über einen wenig abwechslungsreichen Sportunterricht. Von sehr vielen möglichen Sportarten würden tatsächlich jedoch nur wenige wirklich innerhalb des Sportunterrichts umgesetzt. Besonders neue Sportarten wie z.B. Inline Skaten oder Baseball stehen auf der Wunschliste der Schüler ganz oben, werden aber nur selten bis gar nicht von den Lehrkräften angeboten.
Fehlende Lehrkräfte
An deutschen Schulen werden in der Regel 3 Stunden Sport pro Woche in den Lehrplan integriert. Allerdings findet davon laut Sprint-Studie nur jede 3. bis 4. Sportstunde auch wirklich statt. Auf diese Weise minimiert sich der Umfang des Sportunterrichts auf erhebliche Weise. Zusätzlich dazu konnte die Studie belegen, dass besonders in Grundschulen der Sportunterricht fachfremd unterrichtet wird. Aufgrund des in Grundschulen vorherrschenden Klassenlehrerprinzips, unterrichtet der Klassenlehrer nicht selten auch Sport, und das obwohl er in diesem Fach keinerlei Qualifikation besitzt.
Kooperation mit Sportvereinen
Ein erfreuliches Ergebnis der Sprint Studie bezieht sich auf die Kooperation von Schulen mit Sportvereinen. So pflegen 78% aller befragten Schulen eine Kooperation zu einem oder mehreren Sportvereinen und sogar 80% aller Schulen bieten Schulsport in Form von Sport-AG’s, Sportfesten und Sportwettkämpfen an.